
„Save the Vinyl“ – schon Anfang der 90er wurde das lauthals geschrien.
Bomber gestaltete ‘93 ein schickes Logo dafür, das ihr sicher kennt,
alle Welt kaufte nur noch CDs, und die, die sich noch mit Platten
beschäftigten, wurden irgendwie belächelt.
War ja auch ein bißchen nerdy, sich in kleinen Plattenläden rumzutreiben,
die von extremen Freaks betrieben wurden (werden), und mit ganzganz vielen anderen Nerds stundenlang in den Crates zu diggen Plattenregalen zu stöbern.
(geil, wie cheesy käsig sich rückübersetztes hippes schickes Englisch liest)
Eine Menge von diesen Nerds werden heute als DJs, Producer oder
wasweißichsonstnochso gefeiert. Wahrscheinlich auch von dir, geschätzter
Leser. Warum diese Typen soviel von Musik verstehen liegt auf der Hand:
Weil sie ihr Geld und ihre Zeit in Rillen investierten und nicht in Pillen, wie
du Feierkopp. Ich schweife mal wieder ab. Es geht jedenfalls heute um Liebe,
Leidenschaft, Nerdtum, und … das schwarze Gold.
Darum, was es heißt, eine Macke zu leben, zu lieben, und letzten Endes
einsehen zu müssen, daß niemand all diese Meere an Blut/Schweiß/Tränen
jemals wird schätzen können.
Ich bin jedenfalls scheißfroh, daß ich alle diese Stunden früher in Plattenläden
verbracht habe. Es hat mir beigebracht, Typen wie Paul Mawhinney zu verstehen,
von dem ich euch heute erzählen möchte. Ich denke, man kann guten Gewissens
behaupten, dass dieser Mann sein Leben dem Vinyl gewidmet geopfert hat.
Sean Dunne hat eine kleine schicke Doku über den Mann gedreht, der wohl eine
der größten privaten Schallplattensammlungen sein Eigen nennt. Wir reden hier
von ca. 2,5 Mio. Platten. Yep, ZwokommaFünf MILLIONEN.
Und ich dachte immer, Biz Markie sei verrückt, und der hat ‘nur’ 80.000 Platten.
Wenn ihr also 3 Mio. $ über habt, und seine zwoeinhalb Millionen Schallplatten kaufen wollt, könnt ihr das hier tun. Ihr braucht allerdings dann auch eher ein Parkhaus.
Mit eurer Garage kommt ihr da nicht weit. Ich frage mich gerade, wieviel EXPEDITs
man für die Angelegenheit wohl so bräuchte. Und vor allem: Welcher arme Kerl
den ganzen Mist schleppen muß. Wahrscheinlich wieder irgendwelche illegalen Latinos.
Danke an DJ Katch für den Link! (wieviele Platten hast Du eigentlich?)
‘The Archive’ by veryapeproductions.com Dauer: 7:35 Minuten
Director: Sean Dunne, Editor: Galen Summer, DoP: Ed David
‘Music’ (was my first love) by John Miles – 1985 – 5:53